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Mehr Story in den Star Wars Galaxies

11. Juni 2006 | Von Jens Scholz

wurde uns versprochen, als man letztes Jahr das Spielsystem komplett umgebaut hatte und SWG von einer sehr offenen, breit angelegten und spielergetriebenen Community in ein questlastiges Rollenspiel nach WoW-Vorbild verwandelte. Also mit sehr limitierten Entfaltungsmöglichkeiten außerhalb der vorgegebenen Pfade und einer zu Gunsten der sehr actionorientierten Spielweise stark abgewerteten Berufsauswahl für Nicht-Kämpfer. Mit dem aktuellen Publish 29, das man nun “Chapter 1″ nennt, möchte man das Versprechen nach mehr Story einlösen.

Publish 29 hat ein wenig überrascht: Es heißt “Chapter 1” und die lange Featureliste wird von der Ansage begleitet, daß man nun die Releases mit der Ausweitung der Rahmenhandlung verbinden wird. Das hat man in den drei vorhergegangenen Releases nach der radikalen Umstellung des kompletten Spielsystems zwar in Teilen auch schon getan, aber nicht so konsequent wie jetzt.


Die Frage ist nun natürlich: Ist die Story wirklich so gut? Quests in MMORPGs sind ja meistens nur Hol- und Bringdienste, Kampfquests oder Schalterrätsel (Suche 10 Waffenkisten, hacke 6 Security-Terminals,…) und es ist schon nicht so einfach, mit diesen begrenzten Möglichkeiten eine spannende Geschichte für den Spieler bereitzustellen.



Ich kann aber Entwarnung geben: Die Chapter 1 Stories sind tatsächlich ordentlich aufgemacht. Man wird in eine sehr verzwickte Geschichte verwickelt, die einen nach einer Weile das ungute Gefühl vermittelt, daß der Bürgerkrieg offenbar das schlechteste im Menschen (oder was auch immer) hervorbringt: Die Anarchie sorgt für einen Level an organisierter Kriminalität, derer die lokale Polizei auf Corellia nicht mehr Herr zu sein scheint. Jeder Auftrag, den man auf Corellia für die CorSec beginnt, führt den Spieler zu einer weiteren Gangsterbande: Sei es Menschenhandel, Drogenschmuggel und -verkauf oder überhaupt der Versuch einer neuen, besonders harten Bande, die sich “Red Circle” nennt, die Kriminalität auf Corellia an sich zu reißen.



Man hat eine ganz gute Mischung aus den limitierten spielerischen Möglichkeiten gemacht und diese mit einer schönen, dichten Handlung verknüpft. Die früher oft mal vorkommende Langatmigkeit durch unnötige Hin- und herlaufereien zwischen Questorten und Auftraggebern ist abgeschafft worden, was der Atmosphäre einen ordentlichen Schub und der Story, in der man sich hier druchholzt, richtig Dynamik und Geschwindigkeit verleiht. Was auch gebraucht wird, wenn es darum geht, dem Spieler den Eindruck zu vermitteln, daß auf Corellia die Gangster machen können was sie wollen und die Polizei hoffnungslos überfordert mit dieser chaotischen Situation ist.


Ich bin jedenfalls sehr angetan davon, daß man nun wohl die meisten Bugs des Systemwechsels gefixt hat und endlich begonnen hat, das einzulösen, was man damals versprochen hatte. Wenn das bedeutet, daß die Talsohle durchschritten ist und wir mehr dieser spannenden Geschichten zu spielen bekommen, bleib ich dem Spiel auch noch eine Weile länger treu. Allerdings wirds auch langsam mal Zeit, daß die Haupthandlung vorranschreitet, denn wenn SWG vor über zwei Jahren am Ende von Episode 4 angesetzt hat, sollte sich auch endlich mal Hoth auf der Sternenkarte blicken lassen…



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